Sportmedizin - Leistungsdiagnostik - Chirotherapie

 
 

Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin

06895 Zahna-Elster OT Zahna, Bahnhofstr. 41



Dr. med. Dorit Herrmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin

Dr. med. Peter-Hendrik Herrmann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin und Chirotherapie


Digitale Selbstoptimierung

Februar 2018. Die Digitalisierung nimmt mehr und mehr Raum ein, auch in unserem privaten und damit gesundheitlichen Umfeld. Liegt darin eine Chance oder eher ein Risiko für die Gesundheit? Lesen Sie hier die Antwort unseres Experten:

"Schon vor 200 Jahren notierte der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe akribisch den Stand seiner Arbeiten, welche Nahrung er zu sich genommen hat und auch welche Freundschaften er pflegte. Das klingt ja eher noch harmlos und schadet sicher nicht der Gesundheit. Heute hat aber der Trend der Selbstoptimierung alle Lebensbereiche erfasst. Im Extremfall werden sämtliche messbaren Werte, alle Handlungen und Bewegungen lückenlos erfasst. Von außen betrachtet sieht das aus, wie eine Überwachung. Diese hat sich der Selbstoptimierer allerdings selbst und freiwillig auferlegt. Die Daten werden nicht nur erfasst, sondern sie werden auch gespeichert und weitergeleitet. Letzteres nicht immer nur zum Vorteil des Absenders. Gehen Sie in ein Fachgeschäft und fragen nach Fitnessarmbändern oder –uhren, bedarf es schon eines geschulten Mitarbeiters, Ihnen aus der Fülle des Angebots etwas auszusuchen. Der interessierte Sportler wird geradezu überrollt von den Möglichkeiten der Selbstvermessung. Schon das Smartphone bietet vielfältige Möglichkeiten der Erfassung von Körperdaten. Von den etwa 100.000 Gesundheits-Apps bieten ca. 1000 einen interessanten Ansatz. Nehmen wir einmal den Schrittzähler. Allein die Erfassung der geleisteten Schritte führt beim Anwender oft zu einer Verdopplung der täglichen Schritte und dies nur, weil er sich der täglich erreichten Zahl bewusst wird. Dieser Effekt kann und soll der Motivation dienen, sich mehr zu bewegen. Wissenschaftlichen Studien zufolge stabilisiert sich dieser Effekt nach etwa 100 Tagen und verblasst dann wieder. Geräte allein können niemals das leisten, was zur Überwindung der inneren Trägheit notwendig ist. Sie könne aber helfen und unterstützen, wenn ihre Anwendung nicht zum Zwang wird. Ein Anwender, der alle Körperdaten permanent erfasst und sich nur noch daran orientiert, dem droht der Verlust des eigenen Körpergefühls. Da liegt eine Gefahr bei exzessiver Anwendung.  So sehe ich die Entwicklung grundsätzlich positiv, solange sich jeder Sportler sein „Ich“ bewahrt. Der Gesunde bedarf nicht einer Total-Überwachung seiner Körperwerte. Gehen Sie hinaus in die Natur. Atmen Sie frische Waldluft und hören Sie auf die Geräusche der Natur."

Ihr Sportarzt Dr. Peter-H. Herrmann

Winterblues und Frühjahrsmüdigkeit

November 2017. Wer kennt das nicht? Die Tage sind kürzer. Man geht am Morgen im Dunkeln aus dem Haus und kommt abends zurück, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Da kann sich schon mal eine miese Stimmung breit machen. Unserem Körper fehlt einfach Licht. Dieser Mangel bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Uns fehlt der Antrieb und wir sind unausgeglichen. Ursache ist unter anderem die verstärkte Produktion des Melatonins. Dieses Hormon sorgt in der richtigen Dosis für einen tiefen und gesunden Schlaf. Wenn zu viel davon da ist, schaltet unser Körper quasi auf Winterschlaf. Bleiben wir nur noch im Bett liegen, bekommen wir noch weniger Licht ab und der Teufelskreis verstärkt sich. Die einzige probate Methode das Problem zu lösen heißt: Bewegung in der Natur. Wer nun glaubt, er müsse nur viele Lampen im Zimmer anschalten, den muss ich enttäuschen. Kunstlicht ist nie so hell, wie das Tageslicht draußen, selbst an trüben Tagen. Bewegen wir uns in der Natur, erleben wir nicht nur die positiven Effekte des Lichts, sondern auch die der körperlichen Aktivierung. Jeder Ausdauersportler kennt die anregende Wirkung von Bewegung auf die Psyche. Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass nicht nur Gesunde, sondern auch seelisch Kranke vom Training profitieren. Selbst ein regelmäßig durchgeführtes Bewegungsprogramm von geringer Intensität kann vielen Kranken helfen. Also, nutzen Sie jede Chance, zum Beispiel in der Mittagspause, täglich wenigstens 15 bis 20 Minuten Tageslicht zu tanken. Dann haben Sie genügend Energie, die dunkle Jahreszeit gut durchzustehen. Bewegung kann alternativ auch in geschlossenen Räumen durchgeführt werden.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren Bemühungen und beraten Sie gerne.